3D-Fernseher, Blu-ray-Player für die 3D-Wiedergabe, 3D-Kameras und 3D-Camcorder – sie alle zählen zu den spannendsten und spektakulärsten Innovationen der IFA 2010. Ist die Zeit jetzt reif für den Aufbruch in die dritte Dimension der digitalen Medien? Was denken die Kon-sumenten? Eine Studie** der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu) in Zusammenarbeit des Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V. (ZVEI), Frankfurt, kommt zum Ergebnis: Das Thema 3D trifft auf ein aufgeschlossenes Publi-kum. Schon jetzt zeigen sich hohe Aufmerksamkeit, beachtliche Kaufbereitschaft und sogar differenzierte private Einstiegs-Strategien, die bereits auf eine intensivere Beschäftigung mit der Thematik schließen lassen.
Die Studie, die im Zeitraum Juni/Juli 2010 durchgeführt wurde, basiert auf einer Befragung von 1.000 Teilnehmern zwischen 18 und 69 Jahren. Sie ist bevölkerungsrepräsentativ nach Alter, Geschlecht, Bildungsstand, Berufsstatus und Haushalts-Nettoeinkommen differenziert.
Zu den augenfälligsten Ergebnissen zählt der Bekanntheitsgrad von „3D-Fernsehen“: 95,2 Prozent der Befragten gaben an, den Begriff zu kennen, 41,1 Prozent nehmen sogar für sich in Anspruch, ihn „gut“ zu kennen. Allerdings trauen sich nur 20 Prozent zu, 3D-TV anderen Menschen zu erklären. Hier sind Handel und Industrie mit weiteren Informationen gefragt.
Zum Bekanntheitsgrad von „3D-Fernsehen“ haben die intensiven Werbe-Aktivitäten der Ge-räteindustrie, gerade auch im Umfeld der Fußball-Weltmeisterschaft, maßgeblich beigetra-gen. So gaben 20 Prozent der Befragten an, sie seien erstmals durch Werbung für 3D-Fernsehgeräte auf das Thema aufmerksam geworden. Aber auch der Erfolg der 3D-Technologien im digitalen Kino, der mit dem Meisterwerk „Avatar“ seinen vorläufigen Höhe-punkt fand, hat wesentlich zur Beschäftigung mit „3D-Fernsehen“ beigetragen: Für 16,5 Pro-zent der Befragten rückte das Thema durch Kino-Erlebnisse erstmals in den Wahrneh-mungshorizont. Weitere 16,3 Prozent nannten Fernsehberichte als Quelle ihrer Aufmerk-samkeit.
„Der Start von 3D-TV vollzieht sich in einem außerordentlich günstigen Umfeld“, resümiert Hans-Joachim Kamp, ZVEI Vizepräsident und Aufsichtsrat gfu, die Ergebnisse. „Die Auf-merksamkeitswerte für das Thema 3D sind, nur wenige Wochen nach der Einführung der ersten 3D-tauglichen Geräte, bereits deutlich höher als die entsprechenden Werte in der An-fangsphase der HDTV-Einführung.“
Entsprechend positiv fielen die Antworten auf Fragen nach Anschaffungsplänen aus. 41 Pro-zent der Befragten gaben an, innerhalb der nächsten drei Jahre ein 3D-Fernsehgerät kaufen zu wollen. Die Haltung der übrigen 59 Prozent beruht keineswegs ausschließlich auf Desin-teresse: 32 Prozent dieser Gruppe gab an, noch ein „sehr neues“ Gerät zu besitzen und deshalb auf eine kurzfristige Anschaffung zu verzichten.
Besonders interessant: Fast 58 Prozent aller Befragten planen, zum 3D-fägigen Fernsehgerät gleich drei oder mehr Brillen anzuschaffen. 3D-Fernseh- oder Videogenuss wird damit als gemeinsamer Spaß für die ganze Familie und für den Freundeskreis gesehen.
„Schon jetzt machen sich die Konsumenten auch Gedanken über künftige Nutzungsmöglich-keiten von 3D-TV-Geräten, die über das Fernsehen hinausgehen. Knapp 43 Prozent* der Befragten würden gern 3D-Programme aufnehmen und in 3D wiedergeben, etwa mit einem Blu-ray-Recorder. 41 Prozent* möchten gern Digitalfotos in 3D anschauen. Über 37 Prozent* haben Lust, gemeinsam mit Anderen 3D-Spiele am Fernseher zu spielen“, zitiert Hans-Joachim Kamp aus der Studie.
Schon zur IFA 2010 wird es Kameras, Konsolen und Spiele-Titel geben, mit denen sich sol-che Wünsche realisieren lassen. Und das ist erst der Anfang: Das Thema 3D wird in den nächsten Jahren alle Bereiche der Consumer Electronics zu einer Fülle neuer Produkte und Anwendungsideen inspirieren.
* Hier waren Mehrfachnennungen von bis zu drei Alternativen möglich.
**Die Studie wurde im Auftrag der gfu in Zusammenarbeit mit dem ZVEI Fachverband Consumer Electronics von CONCENTRA Marketing Research, Nürnberg, erstellt
