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Interview mit Loewe-CEO Mark Hüsges: „Nicht die größere, sondern...

13. September 2017

Interview mit Loewe-CEO Mark Hüsges: „Nicht die größere, sondern die richtige Lösung anbieten“

Auch mit Produktion in Deutschland kann man bei Innovation und Entwicklung weiter ganz vorn mitspielen, sagt Mark Hüsges, CEO des TV-Herstellers Loewe. Im Interview mit dem gfu-Blog spricht er über die Rolle von OLED und Alleinstellungsmerkmalen.

Herr Hüsges, laut Branchenexperten ist TV wieder in aller Munde. Woran liegt das?

Das hat in erheblichem Maße damit zu tun, dass, zum Beispiel mit OLED, wirkliche Innovation in den TV-Markt gekommen ist, die der Kunde auch sehr schnell erkennen kann. Auch bei Loewe steht die neue Display-Technologie an allererster Stelle. Bildqualität ist damit gerade wieder ein ganz entscheidendes Thema.

Wichtiger als die Bildschirmgröße?

Der Trend geht definitiv hin zu größeren Diagonalen, das ist statistisch nachzuweisen. Aber das treibt uns nicht. Wir wollen dem Verbraucher die richtige, nicht die größere Lösung anbieten.

Welche sind aktuell am meisten gefragt?

Der Absatz von 65-Zoll-Geräten scheint bei uns derzeit deutlich zuzulegen. Aber das lässt sich noch nicht abschließend sagen, da müssen wir noch etwas abwarten.

Wird es noch riesiger? Manche TV-Geräte gehen ja schon an die 100 Zoll ...

Der größte Loewe-Fernseher ist ein 85-Zoller, der auf LCD-Technik basiert. Unser größter OLED-TV hat eine Bilddiagonale von 77 Zoll, weil es momentan keinen größeren OLED gibt. Und das ist auch unser Flaggschiff – ein Bildschirm, der spektakulär in die Soundbar integriert ist.

Also Exklusivprodukte, die mit ihrem Design, aber vor allem auch preislich ganz oben liegen?

Der 77-Zoll-Fernseher kostet 14.999 Euro. Und glauben Sie mir, für einen so hochentwickelten OLED-TV ist das ein sensationeller Preis. Dieses Label, das Loewe anhaftet, dass wir tendenziell teuer im Markt sind, das stimmt so nicht.

Die Displaytechnologie für OLED-TVs kommt aber von LG, genau wie bei anderen Anbietern. Wie differenziert man sich denn da im Markt?

Indem wir ein einzigartiges Gesamtpaket anbieten. Vergleichen Sie die Audioleistungen mit Konkurrenzprodukten, die Materialqualität oder die unterschiedlichen Aufstelllösungen. Bei den 55-Zoll-Geräten liegen wir beispielsweise mit dem Modell „Bild 4“ bei 2.999 Euro. Das ist preislich extrem wettbewerbsfähig.

Stichwort Audio – ein Bereich, der für Loewe immer wichtig war. Auch heute noch?

Audio spielt bei Loewe nach wie vor eine ganz wesentliche Rolle. Auf der IFA zeigen wir neue Audio-Produkte, etwa  „Klang 5“ oder „Klang 9“. Das sind Aktivlautsprecher, die kabellos mit dem Gesamtsystem vernetzt werden. Sicherlich eine High-End-Lösung, aber eben sehr besonders.

Loewe produziert immer noch im fränkischen Kronach. Was sind die Herausforderungen dabei?

Wir haben eine durchaus komplexe Lieferkette. Es gibt bestimmte Bauteile und Elemente, die nur aus Asien kommen. Das heißt für uns auch, weltweit die besten Komponenten sourcen zu müssen und hier alles zum Gesamtprodukt zusammenzuführen.

Aus Asien kommen inzwischen rollbare und transparente Displays. Was können wir von Loewe erwarten?

Wir werden bei Bildschirminnovationen ganz klar die Markttrends mitsetzen. Wichtig ist, dass unsere Produkte wirklich einen Kundennutzen bringen. Auf der IFA stellen wir ein paar spannende Sachen um das Thema Vernetzbarkeit von Unterhaltungselektronik vor. Aber ich kann noch nicht verraten, was wir für 2018 vorbereiten (lacht).

Dann bleibt auch die nächste IFA spannend! Und das heißt: Loewe will nicht unbedingt der Erste, aber der Beste sein, wenn es um neue Technologien geht?

Tendenziell ja, aber wenn es einen Kundennutzen bringt, wollen wir schon auch einer der Ersten sein, der neue Neuentwicklungen auf den Markt bringt. Loewe war beispielsweise einer der ersten Hersteller mit markt- und wettbewerbsfähigen OLED-Produkten. Diese Führungsposition wollen wir uns erhalten oder weiter ausbauen.

Herr Hüsges, vielen Dank für das Gespräch.

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