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expert-Chef Müller: TV bleibt wichtig, Audio boomt

3. April 2017

Interview mit expert-Vorstand Volker Müller:
"Große Chancen bei OLED und im Gaming-Markt"

Spätestens nach der IFA 2017, sagt Volker Müller, wird es im TV-Markt einen eindeutigen Trend in Richtung OLED geben. Im Interview spricht der Vorstandsvorsitzende der expert SE auch über die Chancen im riesigen Gaming-Markt, Technologiesprünge bei Weißer Ware und seine Begeisterung für Vinyl.

Herr Müller, die Frühjahrsmessen sind immer sehr wichtig für die CE-Branche – was sind bei expert die großen Trendthemen für 2017?

Für uns war die expert Frühjahrstagung auch in diesem Jahr wieder elementar wichtig. Dort haben wir unter anderem unser Innovationspaket vorangetrieben. Innovationspaket heißt, Investition in „Hardware“ – also z.B. innovative Ladenbaumodule, die den POS noch attraktiver und kundenfreundlicher machen.

Aber auch die Investition in Menschen und Weiterbildung werden wir in diesem Jahr unter dem Dach der expert Akademie verstärkt angehen. Denn wir brauchen Nachwuchs, und wir müssen und wollen unsere Attraktivität als Arbeitgeber unter Beweis stellen.

Auch mit Trendthemen wie Virtual Reality? Das hebt ja gerade richtig ab …

Das ist ein hochinteressanter Bereich. Ich habe mir die Entwicklungen und Trends direkt im Silicon Valley angesehen, um hautnah zu erleben, was dort „State of the Art“ ist.

Und? Sehen Sie Potenzial?

Virtuelle Realität begeistert – und macht auch ein bisschen Angst. Wenn Sie in die VR-Welt eintauchen, vergessen Sie alles, was ringsherum ist. Das wird defintiv ein großes Thema – und nicht nur für Games.

Vor allem auch für professionelle Anwendungen birgt VR großes Potenzial, zum Beispiel für Architekten, die etwa das Design und Innendesign von Gebäuden völlig neu erlebbar machen. Man spaziert einfach mit einer VR-Brille virtuell durch ein Gebäude.

Der virtuelle Spaziergang durch einen expert-Shop – ein Szenario der nahen Zukunft?

Das kann ich mir sehr gut vorstellen, ist aber noch eine Perspektive nach vorne.

Gaming aber spielt bereits eine große Rolle bei expert …

Allein deshalb, weil es in Deutschland 35 Millionen Gamer gibt. Auch ich selbst gehöre zumindest ein wenig dazu. Die Marke expert steht für Seriösität, für Kontinuität und für Vertrauen – aber auch für Modernität. Die Gamer erkennen das, wir haben in der Zielgruppe bereits jetzt eine hohe Akzeptanz. Und genau das ist das Ziel.

Top-Themen der TV-Branche sind derzeit UHD und OLED. Ist das im Markt angekommen?

Absolut, anstelle von Full-HD hat nun Ultra-HD bzw. 4k im mittleren und höheren Preissegment alles andere abgelöst. Einen deutlichen Trend Richtung OLED wird es spätestens nach der IFA 2017 geben.

Die Skepsis, ob OLED dauerhaft eine qualitativ gute Technologie ist, hat sich gelegt. Dass Samsung dann auch mit QLED kommt, wird den Markt weiter beleben.

Auch Audio war sehr wichtig im letzten Jahr. Ist der Vinyl-Trend ungebrochen?

Ich selber bin ein großer Fan davon. Leider habe ich vor zwanzig Jahren alles verschenkt - und jetzt kaufe ich mir die Platten wieder neu. So geht es auch vielen anderen. Wir fangen jetzt an, in unseren Fachmärkten und Fachgeschäften ein Sortiment speziell für Vinyl- und Retro-Fans aufzubauen.

Und Weiße Ware? Ist die zunehmende Konnektivität ein Treiber für den Verkauf?

Smart-Home und vernetzte Welt sind wichtige Schlagworte in diesem Bereich. Allerdings wird momentan nicht die Vernetzung zu riesigen Umsatzsprüngen bei Weißer Ware führen.

Sondern?

Umsätze werden getrieben durch ständig verbesserte Technologie. Es ist genial, was man heute mit einem Herd machen kann. Für mich persönlich sind diese Technologiesprünge wichtiger, als dass ich den Herd übers Handy bedienen kann.

Beim Thema Security sieht das aber anders aus.

Ja, Sicherheit gehört zu den zwei Lebensbereichen, die in Zukunft anfassbar werden. Es kann sinnvoll sein, die Hausüberwachung mit dem Handy zu steuern. Etwa, damit man über das Kamerasystem sieht, wer gerade vor der Tür steht. Das entspricht dem Sicherheitsbedürfnis vieler Menschen.

Hier erwarte ich übrigens ausgeklügelte Sensortechniken, die etwa den eigenen Hund erkennen – der soll ja nicht den Alarm auslösen.

Und der zweite Bereich …?

… ist Smart Healthcare. Wir legen alle Wert auf die Gesundheit – und da können uns smarte Technologien sehr gut unterstützen. Dabei kann man nicht nur etwa über steigenden Blutdruck informiert werden.

Sensoren sammeln empirische Daten, die User mit dem Smartphone dann verarbeiten und entsprechend nutzen können.

Herr Müller, wir danken für das Gespräch.

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