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Kaercher-Geschäftsführer May im Intreview

13. Juni 2018

Kärcher-Geschäftsführer Christian May im Interview:
„Die menschliche Reinigungskraft ist ein High-Tech-Instrument“

Die Digitalisierung verändert auch das unliebsame Putzen. Ziel ist es, dass Saug- oder Wischroboter in Zukunft selbst erkennen, ob eine Reinigung notwendig ist, sagt Christian May. Im Interview mit dem gfu-Blog spricht der Geschäftsführer von Kärcher über die Vernetzung von Reinigungsgeräten und Smart Data beim Saubermachen.

Herr May, 82 Prozent der Deutschen nutzen elektrische Putzgeräte zum Saubermachen zuhause. Das sind bislang wohl vor allem Staubsauger oder Dampfreiniger. Was sind die wichtigsten Trends in diesem Jahr?

 Nicht nur in Deutschland, sondern weltweit sind elektrische Reinigungsgeräte sehr gefragt, da sie die Arbeit erleichtern und beschleunigen. Laut einer unserer Studien verbringen die Menschen rund um den Globus im Schnitt 3,5 Stunden in der Woche mit der häuslichen Reinigung. Diese Zeit könnte man auch anders verbringen. Die Nachfrage nach praktischen und flexiblen Lösungen wie Staubsaugerrobotern und Akkugeräten steigt also.

Wünschen Verbraucher mehr Automatisierung für ein sauberes Zuhause?

Definitiv. Der Markt für Staubsaugerroboter ist in den letzten Jahren sehr stark gewachsen. Grund dafür sind große technologische Sprünge bei der Navigation im Raum, der Vernetzung und der Reinigungsleistung der Geräte. Kärcher treibt dieses Themenfeld aktiv voran. So haben wir bereits im vergangenen Jahr unser Robotik-Kompetenzzentrum in Schwaikheim nahe unserem Stammsitz eröffnet.

Die smarte Waschmaschine meldet inzwischen per Nachricht aufs Smartphone, wenn die Wäsche fertig ist. Wie kann man sich die Vernetzung von Reinigungsgeräten vorstellen?

Reinigungsroboter lassen sich heute schon bequem per App steuern – meist auf Basis eines voreingestellten Kalenders. In Zukunft könnte der Startimpuls für den Staubsaugerroboter von einem Sensor ausgehen, der erkennt, ob eine Reinigung notwendig ist. Ziel ist es, dass man sich selbst nicht mehr darum kümmern muss, wann und wo gereinigt wird.

Wie könnte in Zukunft ein solcher Staubmelder-Alarm aussehen?

In manchen Gebäuden erkennen Sensoren heute schon, ob es regnet – entsprechend wird die Wischintensität im Foyer angepasst. Viele weitere Systeme zur Datenerfassung, die indirekt Hinweise auf den Verschmutzungsgrad geben können, sind in öffentlichen oder Firmengebäuden bereits vorhanden. Dazu zählen Licht-, Heizungs- und Fahrstuhlsensorik. Diese Daten in Zukunft auch im privaten Umfeld zu erfassen und zusammenzuführen, um den Staubsauger- oder Wischroboter bedarfsgerecht loszuschicken, ist eine von vielen Herausforderungen.

Besteht die Putzkolonne der Zukunft für die professionelle Gebäudereinigung aus Service-Robotern, die sich wie digitale Heinzelmännchen ans Werk machen?

Die menschliche Reinigungskraft ist ein High-Tech-Instrument, das sich auf absehbare Zeit nicht ersetzen lässt. Ein Mensch sieht einen Raum, erkennt den Handlungsbedarf, zerlegt diesen in Arbeitsschritte und findet Lösungen für unvorhergesehene Probleme oder nicht standardisierbare Abläufe – das können Maschinen auf absehbare Zeit nicht. Es geht also darum, für den Reinigungsprozess der Zukunft die unterschiedlichen Fähigkeiten der zur Verfügung stehenden Arbeitskräfte und Maschinen bestmöglich einzusetzen, um effizient die gewünschten Ergebnisse zu erzielen.

Sensorgestütztes Cleaning on Demand ist hier ein Stichwort, das immer wieder fällt…

Es handelt sich dabei um die bedarfsorientierte Reinigung, also zum richtigen Zeitpunkt mit der richtigen Methode und Ausrüstung präsent sein, um anstehende Aufgaben zu erledigen und die Reinigungsqualität so auf eine neue Ebene zu heben. Um zu diesem Punkt zu gelangen, ist neben Robotik und intelligenter Einsatzplanung ein weiterer Schlüsselfaktor die Arbeit mit Smart Data, also die kluge Auswertung von Daten. Diese Informationen lassen sich auf einer Plattform bündeln und für Reinigungsdienstleister nutzbar machen. Bereits heute können wir mit unserem Flottenmanagement Kärcher Fleet etwa Statusmeldungen der Maschinen abfragen und weiterverarbeiten.

Was putzen Sie am liebsten?

Ich fahre gerne Mountainbike und direkt nach einer Tour wird das Rad mit unserem Mobile Outdoor Cleaner gereinigt. Im Sommer verbringen meine Familie und ich viel Zeit im Garten. Und da kommt natürlich regelmäßig der Hochdruckreiniger zum Einsatz.

Herr May, wir bedanken uns für das Gespräch.

 

 

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